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WordPress ist King – zumindest für Blogs

WordPress ist King – zumindest für Blogs
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Bewertung: 3.7/5 (3 Stimmen abgegeben)
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Kategorien: Content Management Systeme, Wordpress

Laut WordPress.org nutzen über 60 Millionen Menschen WordPress für Ihre Webseite – kein Wunder! Denn in einem Bereich gehört es zu den Besten seiner Klasse: Blogging. Aber WordPress wird immer häufiger als Wunder-Allzweck-Waffe eingesetzt, wird zu einem Schweizer Taschenmesser der Webseite-Pflege aufgebohrt.

Am Ende entsteht oft ein Backend, durch das kein Redakteur wirklich durchsteigt, 20 Plugins verlangsamen das ganze System und im Menü finden sich dutzende ungenutzter Menüpunkte. Das riesige Angebot von so genannten Multi-Purpose-Themes begünstigt diesen Trend noch.

In diesem Artikel zeige ich auf, für welche Webseiten WordPress eine gute Wahl ist – und welche Webseiten besser nicht auf WordPress bauen sollten.

WordPress ist King – zumindest für Blogs, 3.7 out of 5 based on 3 ratings

Der perfekte Blog: Content steht im Vordergrund

Ein neuer Beitrag in einer frischen WordPress-Installation.
Ein neuer Beitrag in einer frischen WordPress-Installation.

Ein Blick auf die Eingabefelder in einer frischen WordPress-Installation zeigt sehr schnell die grundlegende Struktur von WordPress-Beiträgen auf: TitelInhalt, Beitragsbild und Kategorien und Schlagworte. Der Fokus liegt auf linearem Inhalt – fast wie in einem Magazin.

Das sind auch die idealen Anwendungsfälle für WordPress: Blogs, Magazine und News. Wichtig ist, dass der Inhalt der einzelnen Artikel möglichst simpel aufgebaut ist. Eine Kombination aus Fließtext und Bildern. Je weniger kompliziert der Inhalt, desto besser geeignet ist WordPress.

Beispiel: siegerbrauckmann.de

Die Webseite siegerbrauckmann.de setzt gezielt auf diesen Magazin-Stil, den WordPress so gut beherrscht. Anhand der Referenzen wird dies am deutlichsten.

Die Seite »Referenzen« besteht aus dem Beitrags-Blog von WordPress.
Die Seite »Referenzen« besteht aus dem Beitrags-Blog von WordPress.

Jede Referenz ist ein Beitrag, die Seite »Referenzen« ist der Beitrags-Blog von WordPress.

Anhand einer vollständigen Referenz wird die Stärke von WordPress noch deutlicher:

Der Inhalt ist linear – Text und Bild wechseln sich ab.
Der Inhalt ist linear – Text und Bild wechseln sich ab.

Anhand des Screenshots wird der lineare Aufbau des Inhaltes sichtbar. Selbst auf den »normalen« Inhalts-Seiten wird dieser Aufbau beibehalten:

Jede Inhalts-Seite nutzt den linearen Aufbau der WordPress-Inhalte.
Jede Inhalts-Seite nutzt den linearen Aufbau der WordPress-Inhalte.

Warum dieser lineare Aufbau so wichtig ist, zeigt dieser Screenshot (aus meinem eigenen WordPress-Backend):

Der Editor in WordPress funktioniert am Besten mit linearen Inhalten.
Der Editor in WordPress funktioniert am Besten mit linearen Inhalten.

Der WordPress-Editor ist für Blog-Artikel gemacht. Lineare Inhalte funktionieren hier am Besten. Zwar gibt es einige Plugins, die mehr Flexibilität versprechen, aber so richtig sauber funktionieren diese nicht.

Auch die Kategorien von WordPress werden für die Referenzen aufgegriffen. Auf der Startseite findet sich eine Übersicht über die Kategorien, in welche die Referenzen fallen:

Die Referenzen werden mit Beschreibung angezeigt.
Die Referenzen werden mit Beschreibung angezeigt.

Die Webseite konzentriert sich insgesamt auf die Stärken von WordPress und umschifft so die Schwächen. Ein schönes Beispiel für gute WordPress-Nutzung.

Gib einer Person einen Hammer und sie sieht überall nur noch Nägel

WordPress kann Blogging – für alles, was darüber hinaus geht, ist WordPress allerdings meist die falsche Wahl.

Wie oben erwähnt, bohren viele fertige Themes WordPress an viele Stellen auf, um mehr Funktionalität anzubieten. Dabei geht häufig der Fokus auf die Stärken von WordPress verloren, das Backend wird unübersichtlich und Plugins greifen nicht sauber ineinander.

Im folgenden nun typische Funktionen, welche nicht mit WordPress umgesetzt werden sollten.

Mehrsprachigkeit

Viele Content Management Systeme bringen tolle Funktionen für die Mehrsprachigkeit mit sich – Wordpress gehört nicht dazu. Einige Plugins rüsten die Mehrsprachigkeit nach. Sauber funktionieren sie alle nicht. Spätestens, wenn die Übersetzungen mit anderen Plugins ineinander greifen sollen, entstehen oft Baustellen. Warum mit Gewalt die Mehrsprachigkeit nachrüsten, wenn andere Systeme das viel besser können?

Komplexe Seiten-Inhalte

Die meisten Multi-Purpose-Themes bringen einen eigenen Inhalts-Editor mit. Inhalte werden komplexer, mehrspaltig, dynamisch. Der lineare Aufbau der Inhalte, wie WordPress ihn am Besten beherrscht, verschwindet.

Auch das bringt häufig Probleme mit sich: Stile werden oft direkt im Quellcode angewendet, der Redakteur muss die Inhalte von Hand setzen, viele WordPress-Funktionen (zum Beispiel der automatische Text-Auszug) funktionieren nicht mehr richtig. Die Code- und Seiten-Qualität leidet oft darunter.

Wenn die Inhalte, die auf der Webseite erscheinen sollen, sich nicht größtenteils im Standard-Editor von WordPress darstellen lassen, ist WordPress vermutlich nicht die richtige Wahl für diese Webseite.

Online-Shop und andere Komplexitäten

Auch für komplett neue Funktionen wie Online-Shops, Nutzerforen und vieles mehr gibt es diverse Plugins. Auch hier funktioniert (grade in Kombination mit anderen Plugins) nicht immer alles reibungslos.

WordPress als Online-Shop? Kann man machen, muss man aber nicht. Besser wäre es, einfach ein passendes System zu wählen.

Gar keine News oder Beträge

Auf manchen WordPress-Seiten finden sich gar keine Beiträge, lediglich »normale« Seiten. Dies ist vermutlich die häufigste Kuriosität der WordPress-Nutzungen. WordPress kann eben genau eine Sache gut: Blogging. Warum benutze ich dann für meine Seite WordPress, füge dutzende Plugins und Funktionen hinzu, um die komplexesten Inhalte darstellen zu können, verwende aber die eine Sache, die WordPress gut kann, überhaupt nicht? Warum dann überhaupt noch WordPress? Es gibt hunderte coole Content Management Systeme, die alles mögliche können.

Wieso den Blogging-King für eine blog-freie Webseite nutzen?

Fazit: WordPress ist toll – zumindest als Blog

Der Artikel ließt sich auf den ersten Blick extrem WordPress-kritisch. Das soll er gar nicht sein. Ich liebe WordPress! Dieser Blog läuft ja schließlich auch mit WordPress.

Was ich hingegen kritisiere, sind Multi-Purpose-Themes. Was diese Themes aus WordPress machen, ist nicht mehr elegant. Für mich war die WordPress-Philosophie immer »Content is King«. Bei den Themes steht nicht mehr der Inhalt im Vordergrund, sondern die Form.

Du willst Deine Webseite mit einem Multi-Purpose-Wordpress-Theme machen? Gerne. Ich habe kein Problem damit! Wenn es für Dich funktioniert, ist das toll.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel trotzdem einmal zeige, was WordPress im Kern eigentlich ist – und was nicht.

Und jetzt will ich eine schöne Kontroverse in den Kommentaren lesen!

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Über

Ich bin ein junger Webdesigner und Programmierer aus Siegen und blogge auf Advitum.de über meine Erfahrungen im Web. Meine Themenschwerpunkte liegen im Bereich der Web-Entwicklung mit PHP, JavaScript, HTML und anderen Script-, Programmier- und Markup-Sprachen, der Nutzung von Content Management System wie Typo3, Wordpress etc. und der Effekt-Hascherei mit Photoshop. Seit 2008 blogge ich auf Advitum.de – mal mehr, mal weniger regelmäßig – über alles, was mich so interessiert. Wenn dir mein Blog gefällt, freue ich mich immer sehr über Feedback in Form von Kommentaren und E-Mails.

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