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Black Swan – ein Filmplakat mit Photoshop erstellen

Black Swan – ein Filmplakat mit Photoshop erstellen
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Bewertung: 5.0/5 (2 Stimmen abgegeben)
Von am
Kategorien: Design, Photoshop, Tutorials

Bei meinem letzten Kinobesuch sah ich mir den Film »Black Swan« an. Der Film war großartig und irgendwie verstörend, aber das Plakat von dem Film geistert mir noch immer im Kopf herum. Deshalb will ich es in Photoshop nachbauen.

Black Swan - ein Filmplakat mit Photoshop erstellen, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

Das Ausgangsbild

Zunächst brauchen wir passendes Bildmaterial. Ich habe lange nach einem guten Ausgangsbild gesucht und mich schließlich für dieses entschieden.

Portrait einer Frau
Das Portrait einer Frau dient uns als Ausgangsbild. Bildquelle: http://www.sxc.hu/photo/452667

Wenn ihr euch die Bildsuche ersparen wollt, wählt einfach aus dieser Auswahl an Bildern aus:

Als erstes beschneiden wir das Bild, um einen Ausschnitt zu bekommen, das das Gesicht besser betont.

Das Ausgangsbild wird beschnitten
Als erstes beschneiden wir das Ausgangsbild, um das Gesicht besser hervorzuheben.

Jetzt sorgen wir für einen schwarzen Hintergrund. Dazu erstellen wir zuerst eine Maske für die Ebene mit dem Ausgangsbild. Nun markieren wir mit dem Zauberstab alle Bereiche, die den weißen Hintergrund zeigen und füllen die Auswahl auf der Maske mit Schwarz. Nun erstellen wir noch eine neue Ebene unter der eben maskierten und füllen sie mit Schwarz.

Die hellen Bereiche im Hintergrund werden manuell maskiert.
Die hellen Bereiche im Hintergrund werden manuell maskiert.

Nun benutzen wir Photoshops »Maske verbessern«-Funktion, um eine bessere Maskierung der Haare zu erhalten.

Der »Maske verbessern«-Dialog und das Ergebnis
Mit »Maske verbessern« kann die Maskierung der Haare verbessert werden.

Das Ergebnis ist noch nicht perfekt, aber als nächstes werden wir das Bild noch weiter modifizieren, danach werden die kleinen Fehler in der Maske nicht mehr auffallen.

Licht & Schatten

Jetzt kümmern wir uns um eine etwas dramatischere Beleuchtung des Gesichts. Als erstes hellen wir die rechte Gesichtshälfte etwas auf. Dafür benutze ich hier eine Methode, die ich vor kurzem gelernt habe: Man legt eine neue Ebene über dem Gesicht an und stellt den Blendmodus auf »Ineinanderkopieren«. Dann nimmt man die Farbe in dem Bereich auf, den man aufhellen will und kann dann mit dem Pinsel einfach Bereiche sanft aufhellen. Das ganze nennt sich »Naturally Increased Light«, zu deutsch also etwa »natürlich erhöhtes Licht«.

Ich habe so die Bereiche aufgehellt, die ich unten markiert habe. Dann habe ich noch die Deckkraft der Ebene auf 45 Prozent verringert.

Diese Bereiche werden mit dem Pinsel aufgehellt
Diese Bereiche werden mithilfe von natürlicher Aufhellung verbessert.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten, meistens jedenfalls. Deshalb sorgen wir jetzt noch dafür, das auf der linken Seite des Gesichtes die Schatten verstärkt werden. Dazu habe ich eine neue Ebene angelegt und den Blendmodus wieder auf »Ineinanderkopieren« gestellt. Jetzt habe ich mit einem weichen Pinsel und schwarzer Farbe an einigen Stellen im Bild die Schatten verstärkt. Die Deckkraft der Ebene habe ich anschließend auf 41 Prozent heruntergesetzt.

An diesen Stellen werden die Schatten verstärkt
Auf einer neuen Ebene werden mit einem weichen Pinsel Schatten gezeichnet. So bekommt das Gesicht mehr Tiefe und Dimension.

Diese Ebene verstärkt durch ihren Blendmodus nur die vorhandenen Schatten. Um auch helle Bereiche des Gesichtes abdunkeln zu können, legen wir jetzt eine neue Ebene an und stellen den Blendmodus auf »Farbig nachbelichten«. Jetzt wählen wir als Vordergrundfarbe 50%-Grau aus und zeichnen mit einem weichen Pinsel mehr Schatten ins Gesicht des Modells. Dann wenden wir auf die Ebene einen Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von etwa 20 Pixeln an.

An diesen Stellen werden mehr Schatten gezeichnet
Auf einer neuen Ebene werden mehr Schatten gezeichnet, um die Konturen des Gesichtes zu betonen.

Nun haben wir also drei Ebenen, die das Licht im Gesicht der Dame verbessern. Zum Vergleich können wir die drei Ebenen ausblenden.

Links ohne, rechts mit den neuen Lichtern und Schatten
Der Vergleich zwischen vorher (links) und hinterher (rechts) zeigt deutlich die Verbesserung durch die neuen Schatten und Lichter.

Geschminkte Lippen

Als nächstes widmen wir uns den Lippen. Zunächst erstellen wir eine neue Ebene und wählen dann mit dem Lasso-Tool die Lippen aus. Die Auswahl machen wir um etwa 5 Pixel weicher und füllen sie mit schwarz. Den Blendmodus dieser Ebene setzen wir auf »Weiches Licht« und die Deckkraft auf etwa 40 Prozent.

Die Lippen sind jetzt dunkler
Die neue Ebene sorgt dafür, dass die Lippen eine dunklere Farbe bekommen.

Nun zeichnen wir auf einer neuen Ebene wieder mit der gleichen Technik wie vorhin Lichthighlights auf die Lippen.

Die Lippen wirken durch die Lichtreflexe deutlich plastischer.
Die Lippen wirken durch die Lichtreflexe deutlich plastischer.

Und auf die gleiche Weise wie vorhin erstellen wir hier auch wieder auf einer neuen Ebene Schatten.

Die Schatten auf den Lippen wurden verstärkt.
Nun haben die Lippen durch Licht und Schatten eine viel bessere Wirkung.

Mit den Lichtern und Schatten im Gesicht und auf den Lippen bin ich nun zufrieden, deshalb dupliziere ich alles mit der Tastenkombination [Strg] + [Alt] + [Umschalt] + [E] auf eine neue Ebene.

Plastische Chirurgie

Jetzt ist es an der Zeit, mit dem Verflüssigen-Filter die Position der Augen und die Größe der Nase etwas zu korrigieren. Dies ist jedoch Geschmackssache, weshalb ich es jedem selbst überlasse, wie die Korrektur aussehen soll.

Die Position der Augen und der Nase wurden leicht korrigiert.
Ich habe das rechte Auge etwas nach unten gezogen und die Augen insgesamt etwas verkleinert. Außerdem habe ich die Augenbrauen und die Nase schmaler gemacht.

Schminken der Augen

Als nächstes kümmern wir uns um das Make-Up der Augen. Ich habe als erstes mit der Pipette die Farbe der Wimpern aufgenommen. Dann habe ich eine neue Ebene erstellt und den Blendmodus auf »Multiplizieren« gestellt. Dann habe ich mit einem sehr dünnen und weichen Pinsel die Wimpern nach gezeichnet.

Die Wimpern wurden etwas abgedunkelt
Durch die neue Ebene werden die Wimpern betont und abgedunkelt.

Als nächstes habe ich auf einer neuen Ebene leicht auf die Lider um die Augen gepinselt. Den Blendmodus der Ebene habe ich wieder auf »Multiplizieren« gestellt. Auf diese Ebene habe ich noch einen Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von etwa 4 Pixeln angewendet.

Um die Augen herum werden die Lider dunkler.
Um die Augen herum wirken die Lider dunkler.

Zuletzt erstelle ich noch eine neue Ebene und pinsele hier über die Augenbrauen. Auch diese Ebene wird mit einem Gaußschen Weichzeichner der Stärke 4 bis 5 Pixel bearbeitet und der Blendmodus auf »Multiplizieren« gestellt.

Die Augenbrauen werden dunkler.
Auch die Augenbrauen werden dunkler, somit ist unser Augen Make-Up abgeschlossen.

Zuletzt hellen wir noch die Iris der Augen auf. Dazu benutzen wir wieder »Naturally Increased Light«, allerdings stellen wir den Blendmodus diesmal nicht auf »Ineinanderkopieren«, sondern auf »Linear abwedeln«. Die Deckkraft der Ebene kann noch etwas verringert werden, um den Effekt nicht zu stark zu machen. Ich habe die Deckkraft auf etwa 80 Prozent gesenkt.

Jetzt leuchten die Augen.
Durch die Aufhellung der Iris in den Augen leuchten die Augen viel mehr und wirken strahlend.

Soweit zur Verbesserung des Gesichtes. Ironisch ist, dass jetzt als nächstes wieder Teile des Gesichtes mit einem Riss zerstört werden. Hier wird auch eine Botschaft des Filmes klar, nämlich der Gegensatz zwischen der Schönheit des Balletts und der Krankheit der Hauptdarstellerin.

Von Perfektion zur Destruktion

Um den Riss zu erzeugen, fassen wir als erstes wieder alle sichtbaren Ebenen auf eine Ebene zusammen. So können wir später besser die zerrissenen Teile des Gesichtes verschieben. Dazu benutzen wir jetzt die Tastenkombination [Strg] + [Alt] + [Umschalt] + [E].

Jetzt erstellen wir eine neue Ebene und malen auf dieser den Riss über das Gesicht. Ich habe mir dafür ein paar Crack-Brushes von Brusheezy heruntergeladen.

Auf dem Gesicht ist ein Riss zu sehen.
Mit den Pinseln von Brusheezy habe ich einen Riss übers Gesicht gezeichnet.

Wie man sieht, ist der Riss auch auf den Haaren zu sehen, was natürlich keinen Sinn macht. Deshalb geben wir der Riss-Ebene jetzt eine Maske, auf der wir mit einem kleinen, weichen Pinsel alle Bereiche, wo der Riss nicht zu sehen sein soll, mit Schwarz übermalen. Außerdem habe ich an einigen dicken Stellen des Risses mit der Maske Punkte erzeugt, wo die Haut noch zu sehen ist.

Jetzt ist der Riss unter den Haaren nicht mehr zu sehen
Durch die Ebenenmaske können wir den Riss auf die Bereiche des Gesichtes beschränken.

Als nächstes habe ich die Riss-Ebene dupliziert und auf die untere der beiden Ebenen einen Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von etwa 8 Pixeln angewendet. Danach habe ich den Blendmodus der Ebene auf »Ineinanderkopieren« gestellt.

Ein weichgezeichnetes Duplikat des Risses.
Durch das Duplikat des Risses wird die Umgebung des Risses etwas abgedunkelt. Der Riss wirkt jetzt nicht mehr so aufgemalt.

Jetzt wählen wir den gezeigten Bereich des Gesichtes aus und Duplizieren ihn mit [Strg] + [J].

Dieser Bereich der Haut wird dupliziert.
Dieser Bereich des Gesichtes wird per Strg+J dupliziert.

Dieser Ausschnitt aus dem Gesicht wird nun verkrümmt. So entsteht der Eindruck, der Riss habe Teile des Gesichtes verschoben. Dazu tansformieren wir die Ebene und wählen im Kontextmenü »Verkrümmen« aus. Dann können wir Teile der Ebene etwas verschieben.

Die Haut wird etwas Verkrümmt.
Durch die Verkrümmung entsteht der Eindruck, die Haut habe sich verschoben.

Jetzt müssen wir diese Ebene noch maskieren, denn sie darf nur rechts vom Riss zu sehen sein. Dazu wählen wir die Bereiche aus, die sichtbar seien sollen und drücken dann das Masken-Icon.

Dieser Bereich soll von der neuen Ebene zu sehen sein.
Nur dieser Bereich soll von der neuen Ebene zu sehen sein. Deshalb maskieren wir die Ebene entsprechend.

Wir brauchen noch den Text

Jetzt sind wir mit dem Effekt für das Plakat fertig. Was noch fehlt, sind die Texte. Für den fetten Titel habe ich mir die Schriftart »Eau« heruntergeladen. Damit schreibe ich jetzt den Titel des Filmes, also »Black Swan« unter das Gesicht.

Im Bild steht jetzt der Titel des Filmes
Endlich taucht auch der Titel des Filmes im Plakat auf.

Außerdem schreibe ich mit Arial die Namen der drei Hauptdarsteller über den Titel. In einem anderen Artikel habe ich schon einmal ein Plakat für den Film »New Moon« erstellt. Dort hatte ich noch erheblich mehr Text auf das Plakat gebracht. Diesmal möchte ich mich auf diese wenigen Textelemente beschränken.

Nun sind auch die Hauptdarsteller des Filmes zu finden.
Auf diese wenigen Textelemente möchte ich mich beschränken.

Finale Änderungen

In letzter Sekunde habe ich mich noch dazu entschieden, eine Feder zu dem Bild hinzuzufügen. Dafür habe ich mir ein paar Federn-Brushes heruntergeladen und auf einer neuen Ebene mit diesen Brushes und weißer Farbe eine Feder gemalt.

In letzter Sekunde habe ich eine weiße Feder hinzugefügt.
Die weiße Feder ist ein nettes Element, welches sich auch im Originalplakat findet.

Mit diesen letzten Änderungen kann ich die Arbeit an dem Plakat beenden und freue mich über das Endergebnis.

Fazit

Wie man sieht, kann man mit einem guten Ausgangsbild einen noch besseren Effekt erzielen. Wendet man etwas Zeit für die Verbesserung von Licht und Schatten auf, kann man auch mit dem Resultat zufrieden sein. Und der Riss ist mit der gezeigten Technik schnell und sauber zu erstellen. Ich hoffe, dieses Tutorial könnte wieder ein paar neue Techniken in der Anwendung zeigen.

Jetzt seid ihr dran

Was sagt ihr zu dem Resultat? Was hättet ihr anders gemacht? Welche Techniken kanntet ihr noch nicht? Teilt eure Meinung mit mir in den Kommentaren weiter unten!

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Über

Ich bin ein junger Webdesigner und Programmierer aus Lüdenscheid und blogge auf Advitum.de über meine Erfahrungen im Web. Meine Themenschwerpunkte liegen im Bereich der Web-Programmierung mit PHP, JavaScript, Html und anderen Script- Programmier- und Markup-Sprachen, der Nutzung von CMS wie Typo3, Wordpress etc. und der Effekt-Hascherei mit Photoshop. Seit 2008 blogge ich auf Advitum.de—mal mehr, mal weniger regelmäßig—über alles, was mich so interessiert. Wenn dir mein Blog gefällt, freue ich mich immer sehr über Feedback in Form von Kommentaren und E-Mails.

Kommentare zu diese Artikel

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René schrieb am Antworten

du musst doch nicht die Verkrümmg per Hand machen, sondern könntest auch den versetzen Filter anwenden. Dies hat den Vorteil das auch die Risse auch an der Wange die realistische Rundung erhält…

Beste Grüße
René

    Lars Ebert schrieb am Antworten

    Stimmt, soweit hatte ich gar nicht gedacht. Ich werde mal ein wenig damit rumspielen. Danke für den Tipp!

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